Finanzierung · Sicherheiten

Bürgschaftsbank: Finanzierung ohne eigene Sicherheiten

Wer eine gute Geschäftsidee, aber keine ausreichenden Sicherheiten für einen Bankkredit hat, kann über eine Bürgschaftsbank trotzdem an Fremdkapital kommen. Hier erfährst du, wie das Modell funktioniert, was es kostet und wie der Antrag abläuft.

Aktualisiert am 10. Februar 2026·14 min Lesezeit
Fachlich geprüft am 14. August 2026
Illustration: Bürgschaftsbank als Schutzschild zwischen Gründer und Hausbank, Kreditvertrag mit Siegel

Was ist eine Bürgschaftsbank?

Eine Bürgschaftsbank ist ein von Kammern, Verbänden und Kreditinstituten getragenes Institut, das gegenüber der Hausbank eine Ausfallbürgschaft für einen Unternehmenskredit übernimmt, wenn Gründer oder Unternehmen nicht über ausreichende eigene Sicherheiten verfügen. In jedem deutschen Bundesland gibt es eine eigene Bürgschaftsbank, die eng mit Kreditinstituten und Förderbanken zusammenarbeitet.

Die Bürgschaftsbank vergibt selbst keinen Kredit, sondern reduziert das Risiko der Hausbank, sodass diese den Kredit trotz fehlender Sicherheiten auszahlt.

So funktioniert eine Ausfallbürgschaft

Bei einer Ausfallbürgschaft übernimmt die Bürgschaftsbank einen festgelegten Anteil des Kreditrisikos. Fällt der Kreditnehmer aus, zahlt die Bürgschaftsbank diesen Anteil an die Hausbank – das Risiko der Bank sinkt entsprechend, wodurch sie eher bereit ist, den Kredit trotz fehlender Sicherheiten zu vergeben.

MerkmalRichtwert
Verbürgter Anteil der Kreditsummeca. 50–80 %
Bürgschaftsprovisionca. 1–2 % p. a. auf den verbürgten Betrag
Bearbeitungsgebührca. 1 % der Bürgschaftssumme (einmalig)

Wer kann eine Bürgschaft beantragen?

  • Existenzgründer mit tragfähigem, aber sicherheitenarmem Geschäftsmodell
  • Freiberufler ohne ausreichende private Sicherheiten
  • Mittelständische Unternehmen bei Investitionen oder Betriebsmittelbedarf
  • Nachfolger, die einen Betrieb ohne ausreichende eigene Sicherheiten übernehmen
Illustration: Bürgschaftsbank sichert einen Bankkredit ohne eigene Sicherheiten ab
Die Bürgschaftsbank übernimmt bis zu 80 Prozent des Ausfallrisikos deiner Hausbank.

Ablauf des Antrags

  1. Kreditgespräch mit der Hausbank, in dem der Sicherheitenengpass deutlich wird
  2. Hausbank leitet den Antrag an die zuständige Bürgschaftsbank des Bundeslands weiter (teils ist auch ein Direktantrag möglich)
  3. Prüfung von Businessplan, Bonität und Tragfähigkeit durch die Bürgschaftsbank
  4. Bei Zusage: Bürgschaftsvertrag, danach reguläre Kreditvergabe durch die Hausbank

Welche Kosten entstehen?

KostenartRichtwert
Bearbeitungsgebühr (einmalig)ca. 1 % der Bürgschaftssumme
Laufende Bürgschaftsprovisionca. 1–2 % p. a.
Zinsen des zugrunde liegenden Kreditsabhängig von Hausbank und Bonität

Diese zusätzlichen Kosten sollten in der Finanzplanung berücksichtigt werden, da sie die Gesamtfinanzierung verteuern.

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Vorteile und Nachteile

  • Vorteil: Kreditzugang trotz fehlender eigener Sicherheiten
  • Vorteil: Ergänzt sich gut mit Förderkrediten wie dem ERP-Gründerkredit
  • Nachteil: Zusätzliche laufende Kosten durch Bürgschaftsprovision
  • Nachteil: Zusätzliche Prüfung verlängert den Bearbeitungsprozess

Checkliste vor dem Antrag

  • Businessplan und Finanzplan sind vollständig und tragfähig
  • Der Sicherheitenengpass ist gegenüber der Hausbank klar benannt
  • Die zuständige Bürgschaftsbank des Bundeslands ist bekannt
  • Die zusätzlichen Kosten der Bürgschaft sind im Finanzplan berücksichtigt

Häufige Fragen

Was ist eine Bürgschaftsbank?+

Eine Bürgschaftsbank ist ein von Kammern, Verbänden und Kreditinstituten getragenes Institut, das gegenüber Banken für einen Teil eines Unternehmenskredits bürgt, wenn Gründer oder Unternehmen nicht genügend eigene Sicherheiten stellen können. In jedem Bundesland gibt es eine eigene Bürgschaftsbank.

Wie hoch ist der übliche Bürgschaftsanteil?+

Bürgschaftsbanken übernehmen häufig eine Bürgschaft von ca. 50–80 % der Kreditsumme, den Rest trägt weiterhin die Hausbank als Risiko.

Was kostet eine Bürgschaft?+

Neben einer einmaligen Bearbeitungsgebühr fällt eine laufende Bürgschaftsprovision von ca. 1–2 % pro Jahr auf den verbürgten Kreditbetrag an.

Wer kann eine Bürgschaft beantragen?+

Existenzgründer, Freiberufler und mittelständische Unternehmen, die eine grundsätzlich tragfähige Geschäftsidee, aber nicht ausreichend eigene Sicherheiten für einen Bankkredit haben.

Wie läuft der Antrag ab?+

Der Antrag wird in der Regel über die Hausbank gestellt, die den Kreditantrag bei fehlenden Sicherheiten an die zuständige Bürgschaftsbank weiterleitet. Ein Direktantrag ist bei einigen Bürgschaftsbanken ebenfalls möglich.

Wie lange dauert die Bearbeitung?+

Je nach Komplexität und Bundesland dauert die Prüfung meist mehrere Wochen, da sowohl die Hausbank als auch die Bürgschaftsbank das Vorhaben bewerten.

Welche maximale Kredithöhe wird verbürgt?+

Das hängt vom jeweiligen Bundesland und Programm ab; viele Bürgschaftsbanken verbürgen Kredite bis zu einem Betrag im hohen sechsstelligen bis niedrigen siebenstelligen Bereich.

Ersetzt die Bürgschaftsbank die Hausbank?+

Nein, die Bürgschaftsbank tritt nicht als Kreditgeber auf, sondern übernimmt lediglich einen Teil des Ausfallrisikos gegenüber der Hausbank, die weiterhin den Kredit vergibt.

Muss ich trotzdem persönlich haften?+

Häufig verlangt die Bürgschaftsbank eine anteilige Selbstbeteiligung oder persönliche Haftung, um sicherzustellen, dass der Gründer ebenfalls ein wirtschaftliches Risiko trägt.

Kann eine Bürgschaftsbank auch bei Fördermitteln helfen?+

Ja, Bürgschaften können auch eingesetzt werden, um Sicherheiten für Förderkredite wie den ERP-Gründerkredit Universell bereitzustellen, wenn eigene Sicherheiten fehlen.

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Letzte Prüfung
14. August 2026
Nächste Prüfung
12. Dezember 2026 (alle 120 Tage)
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Gründer-Guru RedaktionFachredaktion Gründung, Steuern & Förderung

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