Rechtsformen · Personengesellschaft

GbR gründen: Vertrag, Haftung, Steuern & typische Fallen

Die GbR ist die einfachste Form, gemeinsam zu gründen: kein Kapital, kein Notar, in einer Stunde einsatzbereit. Der Preis dafür ist die volle Privathaftung aller Gesellschafter – auch für Fehler der Partner.

Aktualisiert am 25. Januar 2026·11 min Lesezeit
Fachlich geprüft am 14. August 2026
Illustration: Zwei Gründer unterschreiben am Tisch den GbR-Gesellschaftsvertrag

Was ist eine GbR?

Eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) ist ein 2026 kapitalfrei und ohne Notar gründbarer Zusammenschluss von mindestens zwei Personen zu einem gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck, bei dem alle Gesellschafter gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen haften. Sie ist die häufigste Rechtsform für Team-Gründungen ohne Kapitaleinsatz. Mit dem Rechtsform-Finder prüfst du, ob eine GbR oder doch eine haftungsbeschränkte UG passender ist.

Eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) entsteht, sobald sich mindestens zwei Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen – z. B. gemeinsam ein Café betreiben oder ein Projekt umsetzen. Sie ist die häufigste Rechtsform für Team-Gründungen ohne Kapitaleinsatz.

Was in den Gesellschaftsvertrag gehört

  1. Gesellschafter und Einlagen – wer bringt was mit (Geld, Sachen, Arbeitsleistung)?
  2. Gewinn- und Verlustverteilung – Standard ist nach Köpfen, meist nicht sinnvoll
  3. Geschäftsführung und Vertretung – wer darf allein handeln?
  4. Entnahmerechte – wie viel darf jeder pro Monat privat entnehmen?
  5. Kündigung und Ausscheiden – Fristen, Abfindung, Bewertung
  6. Tod eines Gesellschafters – Fortsetzung mit Erben oder Auflösung?
  7. Wettbewerbsverbot – Nebentätigkeiten der Gesellschafter
Illustration: Zwei Gründer schließen einen GbR-Gesellschaftsvertrag ab
Ohne Gesellschaftsvertrag gilt das Gesetz – und das teilt Gewinne und Stimmen strikt nach Köpfen.

Die Haftungsfalle

In einer GbR haftet jeder Gesellschafter gesamtschuldnerisch mit dem gesamten Privatvermögen. Konkret:

  • Dein Partner unterschreibt einen 50.000-€-Auftrag → Gläubiger kann sich das Geld komplett bei dir holen
  • Interne Ausgleichsansprüche gegen den anderen bringen nichts, wenn er insolvent ist
  • Auch nach dem Ausscheiden haftest du 5 Jahre nach für Altverbindlichkeiten

Wenn eure Geschäfte spürbare Haftungsrisiken enthalten (größere Aufträge, Bauleistungen, physische Produkte), plant von Anfang an die Umwandlung in eine UG oder GmbH ein.

Steuerliche Behandlung

Die GbR selbst zahlt nur Umsatz- und Gewerbesteuer. Der Gewinn wird über die einheitliche und gesonderte Feststellungserklärung auf die Gesellschafter verteilt und dort in der Einkommensteuer versteuert. Kein Doppelbesteuerungsproblem, aber auch keine Möglichkeit zur Gewinnthesaurierung.

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Was das MoPeG 2024 geändert hat

  • GbR ist offiziell rechtsfähig anerkannt
  • Freiwillige Eintragung ins Gesellschaftsregister (eGbR) möglich
  • Eintragung Voraussetzung für Grundstückserwerb, GmbH-Anteilsbesitz und Umwandlungen
  • Sitzwahl (Verwaltungssitz vs. Vertragssitz) neu geregelt

Wann Wechsel zur UG/GmbH?

Sinnvoll spätestens dann:

  • Mitarbeiter oder große Aufträge
  • Investoren – die kaufen keine GbR-Anteile
  • Ihr wollt Anteile klar bewerten und übertragen können
  • Ihr wollt Gewinne im Unternehmen belassen (Thesaurierung)

Häufige Fragen

Brauche ich einen schriftlichen Vertrag?+

Rechtlich reicht die mündliche Absprache – wirtschaftlich ist ein schriftlicher Vertrag Pflicht. Ohne Vertrag gelten die BGB-Regeln und die sind selten das, was ihr wirklich wollt (Gewinnverteilung nach Köpfen, Auflösung mit Tod eines Gesellschafters etc.).

Wie funktioniert die Haftung in der GbR?+

Gesamtschuldnerisch mit dem Privatvermögen aller Gesellschafter. Ein Auftrag deines Partners kann dich in den Ruin treiben, auch wenn du nichts davon wusstest.

Was ist das eGbR-Register?+

Seit dem MoPeG-Inkrafttreten (01.01.2024) können GbRs sich freiwillig ins Gesellschaftsregister eintragen lassen. Die Eintragung ist Voraussetzung für Grundstückserwerb, Anteilserwerb an GmbHs und Umwandlungen.

Kann eine GbR Umsatzsteuer-Kleinunternehmer sein?+

Ja. Die Umsatzgrenzen (25.000 € / 100.000 €) gelten für die GbR als Ganzes, nicht pro Gesellschafter.

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Geprüft & belegt

Letzte Prüfung
14. August 2026
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10. Februar 2027 (alle 180 Tage)
Geprüft von
Gründer-Guru RedaktionFachredaktion Gründung, Steuern & Förderung

Verwendete Quellen