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Einzelunternehmen gründen: der schnellste Weg zur Selbstständigkeit

Rund 2,2 Millionen Solo-Selbstständige in Deutschland arbeiten als Einzelunternehmen. Kein Stammkapital, kein Notar, in einer Stunde gegründet – aber mit einem Preis: unbegrenzte Haftung. Wann sich das lohnt und wann nicht.

Aktualisiert am 1. Februar 2026·10 min Lesezeit
Fachlich geprüft am 14. August 2026
Illustration: Einzelunternehmer am Schreibtisch mit Laden-Symbol und Umsatzkurve

Was ist ein Einzelunternehmen?

Ein Einzelunternehmen ist die Rechtsform, in der eine einzelne natürliche Person ohne Stammkapital und ohne Notar wirtschaftlich tätig wird und unbegrenzt mit ihrem Privatvermögen haftet. 2026 sind so rund 2,2 Millionen Solo-Selbstständige in Deutschland organisiert; die Gründung kostet meist nur 15–65 € Gewerbeanmeldung. Mit dem Gründungskosten-Rechner kalkulierst du deinen konkreten Startbedarf.

Ein Einzelunternehmen entsteht automatisch, sobald du als natürliche Person allein und dauerhaft am Markt tätig wirst. Es ist keine juristische Person – du bist das Unternehmen, das Unternehmen ist du. Alle Verträge, Steuern und Haftungsfragen laufen auf deine Person.

Drei Varianten:

  • Kleingewerbe: Standard bei Gewerbeanmeldung, keine HR-Eintragung.
  • e.K. (eingetragener Kaufmann): freiwillige HR-Eintragung, wirkt professioneller.
  • Freiberufler: keine Gewerbeanmeldung, nur Finanzamt.

Die 5 Vorteile

  1. Null Stammkapital – du fängst an mit dem, was du hast.
  2. Keine Bürokratie – kein Notar, kein Handelsregister, kein Gesellschaftsvertrag.
  3. Einfache Buchhaltung – EÜR reicht bis 800.000 € Umsatz / 80.000 € Gewinn.
  4. Volle Entscheidungshoheit – niemand redet dir rein.
  5. Steuerlich schlank – nur Einkommensteuer, keine Doppelbesteuerung wie bei GmbH.
Illustration: Einzelunternehmen mit persönlicher Haftung und einfacher Buchführung
Einzelunternehmen: schnellster Start, günstigste Struktur – aber Haftung mit dem Privatvermögen.

Der eine große Nachteil: Haftung

Du haftest unbegrenzt mit deinem gesamten Privatvermögen – Auto, Haus, Sparbücher, künftige Gehälter. Ein einziger Prozess mit fünfstelligem Ausgang kann existenzbedrohend werden.

Das Risiko lässt sich reduzieren:

  • Berufshaftpflicht (30–120 €/Monat) für Personen- und Sachschäden
  • Vermögensschadenshaftpflicht bei beratenden Tätigkeiten
  • Cyber-Versicherung bei Datenverarbeitung

Wenn dein Geschäftsmodell ernsthafte Haftungsrisiken enthält (Produkthaftung, große Aufträge, Personal), plane den Wechsel zur UG oder GmbH bewusst ein.

Steuerliche Behandlung

Der Gewinn wird direkt in deiner privaten Einkommensteuer versteuert – progressiv von 14 % bis 45 %. Zusätzlich fällig:

  • Umsatzsteuer: 19 % (bzw. 7 %) – außer Kleinunternehmerregelung
  • Gewerbesteuer: nur bei Gewerbe, Freibetrag 24.500 €, bis ca. 39,4 % anrechenbar auf ESt
  • Solidaritätszuschlag / Kirchensteuer: auf ESt

Wann du zur UG/GmbH wechseln solltest

Faustregeln aus der Praxis:

  • Gewinn dauerhaft > 80.000 € → GmbH-Wechsel oft steuerlich attraktiver
  • Erste Mitarbeiter, größere Aufträge oder physische Produkte → Haftungsbeschränkung nötig
  • Investoren oder Bankkredite > 100.000 € → GmbH fast Pflicht

Häufige Fragen

Brauche ich Stammkapital?+

Nein. Das Einzelunternehmen kennt kein Mindestkapital. Du haftest dafür aber unbegrenzt mit deinem gesamten Privatvermögen.

Was kostet die Gründung?+

15–65 € Gewerbeanmeldung. Als Freiberufler nur die Kosten für den Elster-Fragebogen (kostenlos). Optionale e.K.-Eintragung ins Handelsregister: ca. 200–400 € Notar plus 60 € Amtsgericht.

Wann muss ich mich als e.K. eintragen lassen?+

Verpflichtend erst, wenn dein Geschäft „nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert” – als Faustregel ab ca. 600.000 € Umsatz oder 60.000 € Gewinn. Freiwillige Eintragung ist immer möglich.

Kann ich Angestellte einstellen?+

Ja, uneingeschränkt. Du brauchst nur eine Betriebsnummer beim Arbeitsamt – die bekommst du innerhalb weniger Tage online.

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