Margen-Rechner
Marge, Aufschlag und Zielpreis in einer Ansicht – inklusive der Nebenkosten, die deine Marge wirklich auffressen.

Rechenrichtung
So wird gerechnet
Marge (Handelsspanne)
Marge % = (Verkaufspreis − Einstandspreis) / Verkaufspreis × 100
Die Marge bezieht sich immer auf den Verkaufspreis – anders als der Aufschlag.
Aufschlag (Kalkulationszuschlag)
Aufschlag % = (Verkaufspreis − Einstandspreis) / Einstandspreis × 100
Der Aufschlag bezieht sich auf den Einkaufspreis und ist bei gleichem Preis immer höher als die Marge.
Rückwärtsrechnung auf Zielmarge
Verkaufspreis = Einstandspreis / (1 − Zielmarge / 100)
So findest du den Preis, den du verlangen musst, um eine gewünschte Marge zu erreichen.
Schritt für Schritt
- 1
Einstandspreis eintragen
Einkaufspreis netto zuzüglich Bezugskosten wie Fracht, Zoll und Verpackung.
- 2
Verkaufspreis oder Zielmarge angeben
Entweder du prüfst einen bestehenden Preis oder lässt den nötigen Preis aus deiner Zielmarge berechnen.
- 3
Nebenkosten des Verkaufs erfassen
Zahlungsgebühren, Marktplatzprovision, Versand und Retourenquote schmälern die reale Marge erheblich.
- 4
Ergebnis vergleichen
Der Rechner zeigt Marge, Aufschlag, Rohertrag je Stück und die Marge nach Nebenkosten.
- 5
Preisuntergrenze ableiten
Unterhalb der Preisuntergrenze deckt der Verkauf nicht einmal die variablen Kosten – dieser Preis ist deine harte Grenze in Verhandlungen.
Rechenbeispiel
Beispiel: Online-Shop, Einkauf 24 €, Verkauf 59 €
- Einstandspreis netto
- 24,00 €
- Verkaufspreis netto
- 59,00 €
- Rohertrag pro Stück
- 35,00 €
- Marge
- 59,3 %
- Aufschlag
- 145,8 %
- Versand & Zahlungsgebühren
- 7,40 €
- Retourenquote 8 %
- ≈ 4,70 €
- Marge nach Nebenkosten
- ≈ 38,8 %
Aus einer scheinbar komfortablen Marge von 59 Prozent werden nach Versand, Gebühren und Retouren knapp 39 Prozent. Genau diese Differenz entscheidet im E-Commerce über Gewinn oder Verlust.
Marge und Aufschlag werden ständig verwechselt
Marge und Aufschlag beschreiben denselben Rohertrag, nur mit unterschiedlicher Bezugsgröße. Ein Aufschlag von 100 Prozent entspricht einer Marge von 50 Prozent.
Wer beides verwechselt, kalkuliert systematisch zu niedrig. Im Gespräch mit Lieferanten und Banken lohnt es sich, die Bezugsgröße immer explizit zu benennen.
Von der Stückmarge zur Unternehmensrentabilität
Eine hohe Stückmarge nützt wenig, wenn die Absatzmenge die Fixkosten nicht trägt. Umgekehrt kann eine niedrige Marge bei hoher Frequenz sehr profitabel sein.
Verknüpfe die Marge deshalb immer mit dem Break-even: Rohertrag pro Stück mal Menge muss die Fixkosten übersteigen.
- Mischkalkulation: Zugartikel mit niedriger Marge, Ertragsbringer mit hoher
- Preiserhöhungen wirken stärker auf den Gewinn als Mengenwachstum
- Rabatte in Prozent der Marge denken, nicht in Prozent des Preises
- Nebenkosten des Verkaufs immer vor der Preisentscheidung erfassen
Preisuntergrenze und Verhandlungsspielraum
Die kurzfristige Preisuntergrenze entspricht den variablen Kosten. Darunter verlierst du mit jedem Verkauf Geld, unabhängig von der Auslastung.
Die langfristige Preisuntergrenze umfasst zusätzlich die anteiligen Fixkosten. Nur oberhalb dieser Grenze ist ein Geschäftsmodell dauerhaft tragfähig.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?+
Die Marge bezieht den Rohertrag auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf den Einkaufspreis. Bei einem Einkauf von 50 € und einem Verkauf von 100 € beträgt die Marge 50 Prozent, der Aufschlag dagegen 100 Prozent.
Welche Marge ist in meiner Branche üblich?+
Im Lebensmitteleinzelhandel sind 20 bis 30 Prozent üblich, im Modehandel 45 bis 60 Prozent, in der Gastronomie 65 bis 75 Prozent auf Speisen und bei Dienstleistungen 80 Prozent und mehr. Entscheidend ist immer, ob die Fixkosten damit gedeckt werden.
Wie rechne ich vom Zielgewinn auf den Preis zurück?+
Teile den Einstandspreis durch (1 − Zielmarge/100). Bei 24 € Einstand und einer Zielmarge von 60 Prozent ergibt sich ein Verkaufspreis von 60 €. Nebenkosten wie Versand solltest du vorher dem Einstandspreis zuschlagen.
Gehört die Umsatzsteuer in die Margenrechnung?+
Nein. Kalkuliert wird immer netto. Die Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten; erst am Ende wird der Bruttopreis für die Preisauszeichnung im B2C-Geschäft gebildet.
Wie wirken sich Rabatte auf die Marge aus?+
Überproportional stark. Bei 40 Prozent Marge halbiert ein Rabatt von 20 Prozent auf den Verkaufspreis den Rohertrag nahezu. Rechne Rabatte deshalb immer gegen die Marge, nicht gegen den Preis.
Was ist eine gute Marge für Dienstleistungen?+
Bei Dienstleistungen gibt es kaum Materialeinsatz, deshalb liegt der Deckungsbeitrag oft über 85 Prozent. Der Engpass ist hier nicht die Marge, sondern die verkaufbare Zeit – rechne mit dem Stundensatz- und Zielumsatz-Rechner gegen.
Passend dazu im Gründerwissen
Weitere passende Tools
Geprüft & belegt
- Letzte Prüfung
- 14. August 2026
- Nächste Prüfung
- 12. Dezember 2026 (alle 120 Tage)
- Geprüft von
- Gründer-Guru RedaktionFachredaktion Gründung, Steuern & Förderung
Verwendete Quellen
- Interaktiver Lohn- und Einkommensteuerrechner – Bundesministerium der Finanzen
- § 32a EStG – Einkommensteuertarif – Bundesministerium der Justiz
- § 19 UStG – Kleinunternehmerregelung – Bundesministerium der Justiz
- IHK – Kalkulation und Preisbildung – ihk.de
- Statistisches Bundesamt – Handelsspannen – destatis.de
Stand: Januar 2026