Break-even-Rechner
Ab welcher Menge und welchem Umsatz trägt sich dein Geschäft? Mit Branchenmodi und Deckungsbeitragsrechnung.

Branche
So wird gerechnet
Deckungsbeitrag pro Einheit
Deckungsbeitrag = Verkaufspreis − variable Kosten pro Einheit
Der Betrag, der nach Abzug der direkt zurechenbaren Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Break-even-Menge
Menge = Fixkosten / Deckungsbeitrag pro Einheit
So viele Einheiten musst du verkaufen, bis alle Fixkosten gedeckt sind. Jede weitere Einheit ist Gewinn.
Break-even-Umsatz
Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote
Die Deckungsbeitragsquote ist der Deckungsbeitrag geteilt durch den Verkaufspreis. Sie zeigt, wie viel Prozent jedes Euros zur Fixkostendeckung beitragen.
Schritt für Schritt
- 1
Branche wählen
Der Branchenmodus setzt typische Startwerte für Marge und Kostenstruktur – Handel arbeitet mit niedrigen, Dienstleistung mit hohen Deckungsbeiträgen.
- 2
Fixkosten erfassen
Miete, Personal, Versicherungen, Leasing, Software und dein eigener Unternehmerlohn zählen zu den monatlichen Fixkosten.
- 3
Verkaufspreis eintragen
Nettopreis pro verkaufter Einheit, Stunde, Auftrag oder Warenkorb.
- 4
Variable Kosten je Einheit angeben
Wareneinsatz, Material, Verpackung, Versand, Transaktionsgebühren, Fremdleistungen.
- 5
Break-even ablesen
Du siehst sofort Menge, Umsatz und – bei angegebenem Startkapital – den Monat, ab dem du in der Gewinnzone bist.
Rechenbeispiel
Beispiel: Café mit 8.500 € Fixkosten pro Monat
- Fixkosten pro Monat
- 8.500 €
- Durchschnittlicher Bon
- 9,00 €
- Wareneinsatz pro Bon
- 2,70 €
- Deckungsbeitrag pro Bon
- 6,30 €
- Deckungsbeitragsquote
- 70 %
- Break-even-Menge
- 1.350 Bons / Monat
- Break-even-Umsatz
- ≈ 12.143 € / Monat
Das Café braucht rund 1.350 Gäste im Monat, also etwa 52 pro Öffnungstag, bevor der erste Euro Gewinn entsteht. Diese Zahl macht sofort greifbar, ob Standort und Öffnungszeiten realistisch tragen.
Was der Break-even wirklich aussagt
Der Break-even-Punkt ist die Umsatzhöhe, bei der Erlöse und Gesamtkosten gleich groß sind. Darunter macht das Unternehmen Verlust, darüber Gewinn.
Für Gründer:innen ist er vor allem eine Realitätsprüfung: Er übersetzt eine abstrakte Umsatzplanung in eine konkrete Zahl an Kunden, Aufträgen oder verkauften Stück pro Tag.
Branchenmodi und typische Deckungsbeiträge
Die Kostenstruktur unterscheidet sich massiv: Ein Dienstleistungsbetrieb hat kaum variable Kosten und damit Deckungsbeiträge nahe 90 Prozent, ein Handelsbetrieb liegt oft bei 25 bis 40 Prozent.
Deshalb ist es sinnvoll, den Break-even branchenspezifisch zu rechnen statt mit pauschalen Faustformeln.
- Dienstleistung / Beratung: Deckungsbeitrag 80–95 %
- Handwerk: 45–65 %, abhängig vom Materialanteil
- Gastronomie: 65–75 % (Wareneinsatz 25–35 %)
- Einzelhandel: 25–45 % je nach Sortiment
- Online-Shop: 20–40 % nach Versand und Retouren
Break-even im Businessplan und bei der Bank
Banken und Förderstellen erwarten im Finanzteil eine Break-even-Betrachtung. Entscheidend ist nicht nur die Zahl, sondern die Herleitung: Woher kommen Preis, Wareneinsatz und Fixkosten?
Rechne zusätzlich ein pessimistisches Szenario mit 20 Prozent weniger Umsatz. Wer zeigt, dass er auch dann liquide bleibt, wirkt deutlich überzeugender.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Menge und Break-even-Umsatz?+
Die Break-even-Menge ist die Zahl der Einheiten, die du verkaufen musst, um alle Kosten zu decken. Der Break-even-Umsatz ist derselbe Punkt in Euro ausgedrückt. Bei sehr unterschiedlichen Preisen im Sortiment ist der Umsatzwert die belastbarere Kennzahl.
Gehört mein Unternehmerlohn in die Fixkosten?+
Ja, unbedingt. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften ist der Unternehmerlohn zwar kein Betriebsausgabenposten, betriebswirtschaftlich musst du ihn aber verdienen. Ohne kalkulatorischen Unternehmerlohn ist der Break-even geschönt.
Wie oft sollte ich den Break-even neu berechnen?+
Mindestens einmal jährlich sowie bei jeder größeren Veränderung: neue Miete, Einstellung von Personal, Preisanpassung oder deutlich veränderte Einkaufspreise.
Was, wenn ich mehrere Produkte mit unterschiedlichen Margen habe?+
Dann rechne mit einer Mischkalkulation: Ermittle die durchschnittliche Deckungsbeitragsquote gewichtet nach Umsatzanteil und teile die Fixkosten durch diese Quote. Das liefert einen belastbaren Break-even-Umsatz.
Berücksichtigt der Break-even auch Steuern?+
Der klassische Break-even betrachtet das Ergebnis vor Steuern. Für die Liquiditätsplanung solltest du zusätzlich eine Steuerrücklage einplanen, weil die Steuer auf den Gewinn erst später fällig wird.
Wie lange darf es dauern, bis ich den Break-even erreiche?+
Im Dienstleistungsbereich sind 3 bis 9 Monate üblich, bei kapitalintensiven Vorhaben wie Gastronomie oder Produktion 12 bis 24 Monate. Entscheidend ist, dass dein Startkapital diesen Zeitraum sicher überbrückt.
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Geprüft & belegt
- Letzte Prüfung
- 14. August 2026
- Nächste Prüfung
- 12. Dezember 2026 (alle 120 Tage)
- Geprüft von
- Gründer-Guru RedaktionFachredaktion Gründung, Steuern & Förderung
Verwendete Quellen
- Interaktiver Lohn- und Einkommensteuerrechner – Bundesministerium der Finanzen
- § 32a EStG – Einkommensteuertarif – Bundesministerium der Justiz
- § 19 UStG – Kleinunternehmerregelung – Bundesministerium der Justiz
- IHK – Rentabilitäts- und Break-even-Rechnung – ihk.de
- KfW – Gründungsplanung – kfw.de
Stand: Januar 2026