Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 40.000–150.000 € je nach Zustand der Fläche
- Dauer
- 4–9 Monate von der Objektsuche bis zur Eröffnung
- Kernvoraussetzung
- Gaststättenerlaubnis nach § 2 GastG, Unterrichtungsnachweis der IHK, baurechtliche Nutzungsgenehmigung, Lärmschutzgutachten und ein Konzept, das an fünf Abenden trägt – nicht nur samstags.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Kaution und Ablöse | 5.000 € | 40.000 € |
| Umbau, Theke, Sanitär, Elektrik | 15.000 € | 80.000 € |
| Schallschutz und LüftungDer am häufigsten unterschätzte Posten | 3.000 € | 25.000 € |
| Kühltechnik, Schankanlage, Gläserspülmaschine | 6.000 € | 20.000 € |
| Mobiliar und Beleuchtung | 4.000 € | 25.000 € |
| Kassensystem mit TSE | 800 € | 3.000 € |
| Erstes Getränkelager | 3.000 € | 10.000 € |
| Genehmigungen, Gutachten, Beratung | 1.500 € | 8.000 € |
| Summe | 38.300 € | 211.000 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtOrdnungsamt / Gewerbeamt
Gaststättenerlaubnis nach § 2 GastG (Konzession) für Alkoholausschank
- PflichtIHK
Unterrichtungsnachweis Gaststättenrecht
- PflichtGesundheitsamt
Belehrung nach Infektionsschutzgesetz für alle Mitarbeitenden
- PflichtBauamt
Nutzungsänderung und Stellplatznachweis
- PflichtUmweltamt
Schallschutznachweis, Sperrzeit, Außenbereich
- PflichtFeuerwehr / Brandschutz
Fluchtwege, Personenzahl, Brandschutzkonzept
- PflichtGEMA
Anmeldung der Musikwiedergabe
- PflichtBerufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
Anmeldung des Betriebs
Beispielrechnung
Beispiel: Cocktailbar mit 60 Plätzen
Vier starke Abende pro Woche, 85 Gäste im Schnitt, 19 € Bon je Gast. Getränke werden mit Faktor 4 bis 5 auf den Einkauf kalkuliert.
- Monatsumsatz (16 Abende × 85 Gäste × 19 €)
- 25.840 €
- Wareneinsatz 24 %
- − 6.200 €
- Personal (Barkeeper, Aushilfen)
- − 8.500 €
- Miete inklusive Nebenkosten
- − 3.800 €
- Energie, GEMA, Versicherungen, Musik
- − 1.900 €
- Marketing und Instandhaltung
- − 1.200 €
- Betriebsergebnis vor Steuern
- ca. 4.240 € – ein schwacher Monat kippt das schnell
Die passende Rechtsform
Empfehlung
GmbH oder UG
Hohe Investitionen, langfristiger Mietvertrag und Personal bedeuten hohes Risiko. Eine Kapitalgesellschaft trennt Betriebs- von Privatvermögen – Vermieter verlangen dann allerdings oft eine persönliche Bürgschaft.
Passende Förderprogramme
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
- Gründungszuschuss →Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in den ersten 15 Monaten der Selbstständigkeit.ca. 15.000–20.000 € über 15 Monate
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Miete und Nebenkosten (Ziel: unter 12 % vom Umsatz)
- Personal (30–38 % vom Umsatz)
- Wareneinsatz Getränke (20–28 %)
- GEMA, Künstlersozialabgabe, Musiklizenzen
- Energie, Kühlung, Reinigung
- Instandhaltung von Schankanlage und Kühltechnik
Typische Fehler
01Mietvertrag vor der Genehmigung unterschrieben
Ohne geklärte Nutzungsänderung und Sperrzeit kann eine unterschriebene Miete zur teuren Bauruine werden. Erst Bauamt, dann Vertrag.
02Lärmschutz unterschätzt
Nachbarbeschwerden führen zu Auflagen bis zur Schließung. Schallgutachten und Schleusen kosten deutlich weniger als der Rechtsstreit.
03Nur auf das Wochenende gebaut
Wenn Freitag und Samstag alles tragen müssen, reicht eine Regenwoche für Liquiditätsprobleme. Plane Wochentagsformate ein.
04Zu knapp finanziert
Die ersten drei Monate laufen selten wie geplant. Halte mindestens drei Monatsfixkosten als Puffer vor.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Konzession für eine Bar?+
Ja, für den Ausschank alkoholischer Getränke ist die Gaststättenerlaubnis nach § 2 GastG erforderlich, dazu der IHK-Unterrichtungsnachweis und ein Führungszeugnis.
Was kostet die Eröffnung einer Bar?+
Bei Übernahme einer bestehenden Gastrofläche 40.000–80.000 €. Ein Rohbau ohne Gastro-Historie kann 150.000 € und mehr kosten.
Wie kalkuliere ich Getränkepreise?+
Üblich ist Faktor 4 bis 5 auf den Netto-Einkauf, bei Cocktails eher 4,5 bis 6. Ziel ist ein Wareneinsatz von 20–28 %.
Was ist die Sperrzeit?+
Die landesrechtlich geregelte Zeit, in der geschlossen sein muss. Sie ist oft verkürzbar, dann aber mit Lärmschutzauflagen verbunden.
Brauche ich Gastro-Erfahrung?+
Rechtlich nein, praktisch ja. Ohne eigene Erfahrung solltest du eine erfahrene Barleitung fest einplanen.
Wie viele Gäste brauche ich pro Abend?+
Als Faustregel muss der Abendumsatz das Dreifache der Tagesfixkosten decken. Bei 60 Plätzen sind 70–90 Gäste an Kernabenden das Ziel.
Muss ich GEMA zahlen?+
Ja, sobald Musik läuft. Die Höhe hängt von Fläche, Öffnungstagen und Eintritt ab; Anmeldung vor der Eröffnung.
Was gilt bei Speisen?+
Sobald du Speisen zubereitest, kommen HACCP-Konzept, getrennte Arbeitsbereiche und strengere Auflagen des Lebensmittelrechts dazu.