Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 25.000–100.000 € Startkosten (Kühlvitrine, Ladenausbau, Ware)
- Dauer
- 2–5 Monate bis zur Eröffnung
- Kernvoraussetzung
- Gewerbeanmeldung, Gaststättenanzeige bei Sitzplätzen, HACCP-Konzept und Gesundheitsbelehrung, außerdem eine Saisonkalkulation wegen der stark schwankenden Nachfrage über das Jahr.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Kühlvitrine und Eismaschine | 8.000 € | 30.000 € |
| Ladenausbau und Sitzbereich | 5.000 € | 30.000 € |
| Erstwareneinkauf (Milch, Früchte, Zutaten) | 1.000 € | 3.000 € |
| HACCP-Konzept und Gesundheitsbelehrung | 30 € | 150 € |
| Kassensystem mit TSE | 500 € | 2.000 € |
| Außenbestuhlung und Sonnenschirme | 1.000 € | 6.000 € |
| Marketing zur Eröffnung | 500 € | 2.000 € |
| Summe | 16.030 € | 73.150 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtGewerbeamt
Gewerbeanmeldung
- FallabhängigOrdnungsamt
Gaststättenanzeige nach § 14 GewO
Nötig bei Sitzplätzen und Verzehr vor Ort.
- PflichtGesundheitsamt
Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz für alle Mitarbeitenden
- PflichtLebensmittelüberwachungsamt
Anmeldung des Betriebs und HACCP-Eigenkontrollkonzept
- FallabhängigKommune
Sondernutzungserlaubnis für Außenbestuhlung auf öffentlichem Grund
- PflichtFinanzamt
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
- PflichtBerufsgenossenschaft
Anmeldung bei der BGN
Beispielrechnung
Beispiel: Eisdiele mit Außenbestuhlung, Saisonbetrieb April bis September
Bei sechs umsatzstarken Monaten mit durchschnittlich 5.500 € Umsatz und sechs schwachen Monaten mit 1.200 € ergibt sich folgende Jahresrechnung.
- Umsatz Saison (6 × 5.500 €)
- 33.000 €
- Umsatz Nebensaison (6 × 1.200 €)
- 7.200 €
- Wareneinsatz (28 % vom Jahresumsatz)
- − 11.256 €
- Personal (saisonabhängig, Jahressumme)
- − 14.400 €
- Miete und Nebenkosten (12 Monate)
- − 12.000 €
- Gewinn vor Steuern (Jahr)
- ca. 2.544 €
Die passende Rechtsform
Empfehlung
Einzelunternehmen zum Start
Für eine einzelne Eisdiele reicht ein Einzelunternehmen mit überschaubarem Verwaltungsaufwand. Bei mehreren Standorten oder Franchise-Modellen wird eine GmbH wegen Haftung und Kapitalbedarf sinnvoller.
Passende Förderprogramme
- Gründungszuschuss →Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in den ersten 15 Monaten der Selbstständigkeit.ca. 15.000–20.000 € über 15 Monate
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Wareneinsatz (Milch, Früchte, Zutaten)
- Saisonpersonal in den Sommermonaten
- Energie für Kühlvitrinen und Kühlraum
- Miete auch in umsatzschwachen Monaten
- Instandhaltung der Kühltechnik
- Berufsgenossenschaft und Versicherungen
Typische Fehler
01Saisonalität in der Liquiditätsplanung ignoriert
Fixkosten wie Miete laufen ganzjährig weiter, während der Umsatz im Winter stark einbricht – eine Jahresliquiditätsplanung ist unverzichtbar.
02Kühlkette unterbrochen
Ausfälle der Kühltechnik führen schnell zu Warenverlust und Beanstandungen durch das Lebensmittelamt.
03Personal nur für die Saison eingeplant
Kurzfristige Aushilfen sind in der Hochsaison schwer zu finden – frühzeitige Personalplanung vor Saisonbeginn ist wichtig.
04Standort ohne Wintergeschäft geprüft
Ein reiner Saisonstandort ohne Zusatzangebot wie Kaffee oder Waffeln im Winter erschwert die Jahresrentabilität.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Saison für eine Eisdiele?+
Üblich sind etwa sechs starke Monate von April bis September, mit deutlichen Umsatzeinbußen in den Wintermonaten.
Brauche ich eine Gaststättenkonzession?+
Nur bei Alkoholausschank. Für Speiseeis und alkoholfreie Getränke reicht die Gewerbeanmeldung plus Gaststättenanzeige bei Sitzplätzen.
Wie kann ich das Wintergeschäft ausgleichen?+
Viele Eisdielen ergänzen im Winter das Angebot um Kaffee, Waffeln oder Heißgetränke, um die Fixkosten weiter zu decken.
Wie hoch ist die Warenquote?+
Bei selbst hergestelltem Eis liegt sie meist bei 25–32 % vom Umsatz, abhängig von Rohstoffqualität und Portionsgröße.
Brauche ich eine Sondernutzungserlaubnis für Außentische?+
Ja, wenn die Bestuhlung auf öffentlichem Grund steht, ist eine Sondernutzungserlaubnis der Kommune erforderlich.
Wie finde ich Saisonpersonal?+
Frühzeitige Ausschreibung vor Saisonbeginn, Kooperationen mit Schulen für Ferienjobs und Stammkräfte mit Wiedereinstellung im Folgejahr helfen.
Lohnt sich eine Eismaschine für die Selbstproduktion?+
Bei ausreichendem Umsatzvolumen ja, weil die Marge auf selbst hergestelltes Eis deutlich höher ist als bei zugekaufter Ware.
Wie plane ich die Liquidität über das Jahr?+
Erstelle einen monatlichen Liquiditätsplan, der die Saisonspitzen und die schwachen Monate getrennt abbildet, statt mit einem Jahresdurchschnitt zu rechnen.