Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 25.000–70.000 € Startkosten (Fahrzeug, Küchentechnik, Genehmigungen)
- Dauer
- 2–5 Monate bis zum ersten Verkaufstag
- Kernvoraussetzung
- Gesundheitszeugnis und Hygieneschulung, Gaststättenanzeige bzw. Reisegewerbekarte, Standplatzgenehmigung der Kommune und TÜV-Gasprüfung für die Bordküche.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Foodtruck (gebraucht, ausgestattet) | 18.000 € | 45.000 € |
| Küchentechnik nachrüsten (Fritteuse, Grill, Kühlung) | 3.000 € | 12.000 € |
| Gasanlagen-Prüfung (TÜV/DVGW)jährlich wiederkehrend | 150 € | 400 € |
| Gesundheitszeugnis + Hygieneschulung | 50 € | 150 € |
| Standplatz- und Marktgebühren (Erstausstattung) | 300 € | 1.500 € |
| Kühlfahrzeug-Wartung, Stromgenerator | 800 € | 3.000 € |
| Kassensystem und mobile Kartenzahlung | 300 € | 1.200 € |
| Erste Wareneinkäufe, Verpackung | 500 € | 2.500 € |
| Summe | 23.100 € | 65.750 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtGesundheitsamt
Gesundheitszeugnis und Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz
- PflichtGewerbeamt
Gewerbeanmeldung, bei wechselnden Standorten ggf. Reisegewerbekarte
- PflichtOrdnungsamt / Kommune
Konzession bzw. Sondernutzungserlaubnis für feste oder wechselnde Standplätze
- PflichtTÜV / DVGW-Sachkundiger
Regelmäßige Prüfung der Gasanlage im Fahrzeug
Ohne gültige Prüfplakette darf die Gasküche nicht betrieben werden.
- PflichtStraßenverkehrsamt
Zulassung und TÜV/HU des Fahrzeugs, ggf. Sondergenehmigung für Umbauten
- PflichtVeterinäramt
Registrierung als Lebensmittelunternehmen nach EU-Hygienerecht
- PflichtFinanzamt
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
Beispielrechnung
Beispiel: Foodtruck auf drei Wochenmärkten pro Woche
Kalkuliert mit 120 Verkäufen pro Markttag bei einem Warenkorb von 9 €, drei Einsatztagen die Woche und branchenüblichen Wareneinsatzquoten.
- Umsatz pro Markttag (120 × 9 €)
- 1.080 €
- Wareneinsatz (32 %)
- − 346 €
- Standplatzgebühr und Sprit
- − 90 €
- Personal (Aushilfe, 6 Std.)
- − 90 €
- Deckungsbeitrag pro Markttag
- ca. 554 €
Die passende Rechtsform
Empfehlung
Einzelunternehmen zum Start, GmbH bei mehreren Trucks
Für einen Truck reicht ein Einzelunternehmen meist aus. Sobald du mehrere Fahrzeuge, Personal und Standplatzverträge parallel führst, reduziert eine GmbH das Haftungsrisiko gegenüber Kommunen und Lieferanten.
Passende Förderprogramme
- Gründungszuschuss →Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in den ersten 15 Monaten der Selbstständigkeit.ca. 15.000–20.000 € über 15 Monate
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
- Bürgschaft ohne Bank (BoB) →Ausfallbürgschaft ersetzt fehlende Sicherheiten bei der Hausbank.bis 2,5 Mio. € Bürgschaftsbetrag
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Standplatz- und Marktgebühren
- Kraftstoff für Fahrzeug und Generator
- Wareneinsatz und Verpackungsmaterial
- Fahrzeugversicherung und -wartung
- Wiederkehrende Gasprüfung und Hygieneschulungen
- Kartenzahlungsgebühren
Typische Fehler
01Standplatz nicht rechtzeitig gesichert
Gute Standplätze auf Märkten und Events sind Monate im Voraus vergeben. Bewirb dich früh bei Kommunen und Veranstaltern.
02Gasprüfung vergessen
Ohne gültige Prüfplakette darf die Bordküche nicht betrieben werden – Kontrollen finden auch spontan statt.
03Reichweite von Kühlung und Strom unterschätzt
Ein durchgehender Betriebstag ohne Landstrom braucht ausreichend Generatorkapazität und Kühlreserve.
04Nur auf ein Event-Segment gesetzt
Wetterabhängige Feste allein tragen selten das ganze Jahr. Mische Wochenmärkte, Firmencatering und Festivals.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Gaststättenkonzession für den Foodtruck?+
Beim reinen Verkauf ohne Alkoholausschank reicht meist die Gewerbeanmeldung. Sobald du Alkohol ausschenkst, ist eine Gaststättenerlaubnis nach § 2 Gaststättengesetz nötig.
Was kostet ein einsatzbereiter Foodtruck?+
Gebrauchte, bereits ausgestattete Fahrzeuge kosten meist 20.000 bis 45.000 Euro. Eigenumbauten können günstiger sein, verlängern aber die Zeit bis zum Start.
Wie oft muss die Gasanlage geprüft werden?+
In der Regel jährlich durch einen DVGW-zertifizierten Sachkundigen. Ohne aktuelle Prüfplakette drohen Betriebsuntersagung und Bußgeld.
Wie komme ich an Standplätze?+
Über Bewerbungen bei Kommunen für Wochenmärkte, direkte Anfragen bei Eventveranstaltern und Vermittlungsplattformen für Streetfood-Festivals.
Brauche ich eine Reisegewerbekarte?+
Wenn du ohne feste Niederlassung an wechselnden Orten verkaufst, ja. Betreibst du zusätzlich einen festen Standort, reicht dort die reguläre Gewerbeanmeldung.
Wie hoch sind Standplatzgebühren?+
Meist 15 bis 60 Euro pro Tag auf Wochenmärkten, bei größeren Festivals auch umsatzabhängige Prozentsätze zwischen 10 und 20 Prozent.
Ist ein Gesundheitszeugnis für alle Mitarbeitenden nötig?+
Ja, jede Person, die mit offenen Lebensmitteln arbeitet, braucht die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und ein aktuelles Gesundheitszeugnis.
Wie kalkuliere ich den Wareneinsatz?+
Üblich sind 28 bis 35 Prozent vom Verkaufspreis. Bei hochwertigen Zutaten oder kleinen Portionsgrößen kannst du das über die Preisgestaltung ausgleichen.
Lohnt sich Catering für Firmen zusätzlich?+
Ja, Firmenveranstaltungen sind planbarer als Wetter- und Marktgeschäft und liefern oft höhere Margen bei Pauschalpreisen.
Welche Versicherung ist besonders wichtig?+
Neben der Betriebshaftpflicht eine Kfz-Kaskoversicherung für das oft hochpreisige Umbaufahrzeug sowie eine Inhaltsversicherung für Küchentechnik.