Gastronomie & Handel

Paketshop eröffnen: Voraussetzungen, Kosten und Verdienst

Ein Paketshop läuft selten als eigenständiges Geschäft, sondern meist als Zusatzangebot in einem bestehenden Laden – Kiosk, Schreibwaren, Reinigung oder Café. Der Verdienst hängt stark vom Provisionsmodell des Zustelldienstes und vom Sendungsvolumen ab. Dieser Leitfaden zeigt, welche Voraussetzungen die Anbieter stellen, was die Startausstattung kostet und wie viel pro Paket tatsächlich hängen bleibt.

Fachlich geprüft am 14. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

Startkosten
2.000–12.000 € Startkosten (Ausstattung, Kaution, Erstlager)
Dauer
4–10 Wochen bis zur Vertragsfreigabe des Zustelldienstes
Kernvoraussetzung
Partnervertrag mit einem oder mehreren Zustelldiensten (DHL, Hermes, DPD, GLS), geeignete Ladenfläche mit Publikumsverkehr, Gewerbeanmeldung und ausreichend Lagerplatz.

Was kostet der Start?

Startkosten Paketshop eröffnen: Voraussetzungen, Kosten und Verdienst
Positionvonbis
Regale und Lagerausstattung500 €2.500 €
Scanner, Drucker, IT-Anbindung300 €1.500 €
Kaution / Sicherheitsleistung an Zustelldienst0 €2.000 €
Umbau/Beschilderung Ladenfläche300 €2.000 €
Versicherung für gelagerte Fremdpaketepro Jahr150 €500 €
Schulung und Systemeinrichtung0 €300 €
Summe1.250 €8.800 €

Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.

Genehmigungen und Ämter

  • PflichtZustelldienst (DHL, Hermes, DPD, GLS)

    Partner- bzw. Franchisevertrag mit Eignungsprüfung des Standorts

  • PflichtGewerbeamt

    Gewerbeanmeldung, sofern nicht bereits durch bestehenden Laden vorhanden

  • PflichtFinanzamt

    Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

  • FallabhängigVermieter

    Zustimmung zur Nutzungsänderung/Erweiterung des Sortiments

  • FallabhängigVersicherung

    Erweiterung der Betriebshaftpflicht für gelagerte Fremdware

    Wird von manchen Zustelldiensten vorausgesetzt.

Beispielrechnung

Beispiel: Paketshop als Zusatzgeschäft im Kiosk

Kalkuliert mit 60 Sendungen pro Tag (Annahme und Abholung gemischt) und einer durchschnittlichen Provision von 0,45 € je Vorgang bei 26 Öffnungstagen im Monat.

Provisionserlös (60 × 26 × 0,45 €)
702 €
Zusatzverkäufe durch Laufkundschaft (geschätzt)
+ 250 €
Mehraufwand Personal/Zeit
− 200 €
Zusätzlicher Deckungsbeitrag pro Monat
ca. 752 €
Eigene Kalkulation durchrechnen

Die passende Rechtsform

Empfehlung

Bestehende Rechtsform des Hauptgeschäfts beibehalten

Ein Paketshop wird meist als Zusatzangebot zu einem bestehenden Ladengeschäft betrieben, eine eigene Rechtsform ist selten sinnvoll. Bei Neugründung reicht in der Regel ein Einzelunternehmen.

Passende Förderprogramme

Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss

Laufende Kosten

  • Ladenmiete (anteilig, falls Zusatzgeschäft)
  • Personalzeit für Annahme und Ausgabe
  • Versicherung für gelagerte Fremdpakete
  • IT- und Scannerwartung
  • Verbrauchsmaterial (Etiketten, Verpackung)

Typische Fehler

  1. 01Platzbedarf unterschätzt

    Bei hohem Sendungsaufkommen wird der Lagerplatz schnell knapp – vor Vertragsabschluss realistische Mengen einplanen.

  2. 02Nur einen Anbieter angebunden

    Mehrere Zustelldienste erhöhen das Sendungsvolumen und damit die Provisionseinnahmen, verlangen aber mehr Systeme und Schulung.

  3. 03Zeitaufwand nicht eingepreist

    Warteschlangen bei Annahme und Abholung binden Personal, das im Kerngeschäft fehlt – Öffnungszeiten und Personaleinsatz anpassen.

  4. 04Provisionsmodell nicht verglichen

    Provisionen unterscheiden sich je nach Dienstleister und Sendungsvolumen deutlich – Konditionen vor Vertragsabschluss vergleichen.

Häufige Fragen

Kann ich einen Paketshop ohne bestehenden Laden eröffnen?+

Grundsätzlich ja, die meisten Zustelldienste bevorzugen aber Standorte mit vorhandener Laufkundschaft, etwa Kioske oder Schreibwarenläden, statt reiner Paketshops.

Wie viel verdiene ich pro Paket?+

Die Provision liegt meist zwischen 0,30 und 0,70 Euro je Annahme oder Ausgabe, abhängig vom Zustelldienst und vertraglich vereinbarten Staffeln.

Brauche ich eine eigene Kfz-Ausstattung?+

Nein, ein Paketshop übernimmt Annahme und Ausgabe im Laden, Transport und Zustellung erledigt der Zustelldienst.

Wie lange dauert die Partnerfreigabe?+

Nach Bewerbung und Standortprüfung meist vier bis zehn Wochen, abhängig vom Anbieter und der lokalen Nachfrage nach zusätzlichen Annahmestellen.

Muss ich für verlorene Pakete haften?+

In der Regel haftest du im Rahmen des Partnervertrags für grobe Fahrlässigkeit bei Lagerung und Ausgabe, deshalb lohnt eine erweiterte Versicherung.

Kann ich mehrere Zustelldienste gleichzeitig anbieten?+

Ja, das ist üblich und erhöht das Sendungsvolumen, erfordert aber getrennte Scanner-Systeme und mehr Platz für die Sortierung.

Lohnt sich ein Paketshop als Hauptgeschäft?+

Selten allein, da die Provisionen pro Sendung gering sind. Wirtschaftlich sinnvoll ist er meist als Ergänzung zu einem bestehenden Geschäft mit Publikumsverkehr.

Welche Fläche brauche ich mindestens?+

Je nach Sendungsvolumen reichen oft 10 bis 20 Quadratmeter für Theke und Lagerregale, bei hohem Aufkommen wird mehr Fläche benötigt.

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