Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 40.000–200.000 € Startkosten (Backtechnik, Ladenausbau, Ware)
- Dauer
- 4–9 Monate bis zur Eröffnung
- Kernvoraussetzung
- Eintragung in die Handwerksrolle mit Meisterbrief oder Ausnahmebewilligung, Gaststättenanzeige bei Café-Betrieb, HACCP-Konzept und Gesundheitsbelehrung für alle Beschäftigten.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Backofen und Knetmaschine | 15.000 € | 60.000 € |
| Ladenausbau und Verkaufstheke | 10.000 € | 60.000 € |
| Kühl- und Gärtechnik | 5.000 € | 25.000 € |
| Erstwareneinkauf (Mehl, Rohstoffe) | 2.000 € | 6.000 € |
| Eintragung Handwerksrolle und Gebühren | 100 € | 400 € |
| HACCP-Konzept und Gesundheitsbelehrung | 50 € | 300 € |
| Kassensystem mit TSE | 500 € | 2.500 € |
| Marketing zur Eröffnung | 500 € | 2.000 € |
| Summe | 33.150 € | 156.200 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtHandwerkskammer
Eintragung in die Handwerksrolle mit Meisterbrief oder Ausnahmebewilligung nach § 8 HwO
- PflichtGewerbeamt
Gewerbeanmeldung
- FallabhängigOrdnungsamt
Gaststättenanzeige nach § 14 GewO
Nur bei Café-Bereich mit Sitzplätzen erforderlich.
- PflichtGesundheitsamt
Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz für alle Mitarbeitenden
- PflichtLebensmittelüberwachungsamt
Anmeldung des Betriebs und HACCP-Eigenkontrollkonzept
- PflichtFinanzamt
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
- PflichtBerufsgenossenschaft
Anmeldung bei der BGN
Beispielrechnung
Beispiel: kleine Bäckereifiliale mit Café-Ecke
Bei einem Tagesumsatz von 900 € und einer Warenquote von 30 % ergibt sich folgende Monatsrechnung bei 26 Öffnungstagen.
- Umsatz (900 € × 26 Tage)
- 23.400 €
- Wareneinsatz (30 %)
- − 7.020 €
- Personal (2 Verkaufskräfte, 1 Bäcker)
- − 8.500 €
- Miete und Nebenkosten
- − 2.800 €
- Energie (Backofen, Kühlung)
- − 1.400 €
- Gewinn vor Steuern
- ca. 3.680 €
Die passende Rechtsform
Empfehlung
Einzelunternehmen bei einer Filiale, GmbH ab mehreren Standorten
Für den Einstieg mit einer Filiale reicht ein Einzelunternehmen. Bei mehreren Standorten, höherem Investitionsvolumen und Personalverantwortung reduziert eine GmbH das persönliche Haftungsrisiko.
Passende Förderprogramme
- Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) inkl. Gründungsanteil →Finanziert die Meisterausbildung – zentrale Voraussetzung für viele Handwerksgründungen.bis 15.000 € förderfähige Kosten
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Rohstoffe (Mehl, Zucker, Butter)
- Personal (Bäcker, Verkauf)
- Energie für Backöfen und Kühlung
- Miete für Laden- und Produktionsfläche
- Wartung der Backtechnik
- Berufsgenossenschaft und Versicherungen
- Marketing und Kundenbindung
Typische Fehler
01Meisterpflicht unterschätzt
Ohne Meisterbrief oder anerkannte Ausnahmebewilligung ist keine Eintragung in die Handwerksrolle möglich – ohne diese kein Betrieb.
02Energiekosten falsch kalkuliert
Backöfen verbrauchen deutlich mehr Strom als angenommen. Hole vor der Anmietung ein Angebot für den tatsächlichen Anschlusswert ein.
03Frühschichten personell unterschätzt
Backbeginn oft ab 3 Uhr morgens – plane Personalverfügbarkeit und Arbeitszeitgesetz von Anfang an ein.
04Zu geringe Warendiversifikation
Reine Brotbäckereien haben es schwerer als Betriebe mit Snack- und Kaffeeangebot – prüfe die Nachfrage vor Ort.
Häufige Fragen
Brauche ich zwingend einen Meisterbrief?+
Ja, das Bäckerhandwerk ist zulassungspflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung. Alternativ ist eine Ausnahmebewilligung mit vergleichbarer Qualifikation und Berufserfahrung möglich.
Kann ich einen Meister anstellen statt selbst einen zu haben?+
Ja, ein angestellter Meister als Betriebsleiter erfüllt die Voraussetzung für die Eintragung in die Handwerksrolle.
Wie hoch sind die Startkosten für eine kleine Filiale?+
Mit gebrauchter Technik und kleinem Ladenausbau sind 40.000–70.000 € realistisch, bei Neuausstattung und größerer Fläche auch 150.000 € und mehr.
Brauche ich eine Gaststättenkonzession?+
Nur wenn du einen Café-Bereich mit Sitzplätzen und Getränkeausschank betreibst, sonst reicht die Gewerbeanmeldung.
Gibt es Förderungen für Meistergründungen?+
Ja, mehrere Bundesländer und der Bund bieten Meistergründungsprämien, die die Investition in die Handwerksausstattung bezuschussen.
Wie kalkuliere ich den Wareneinsatz?+
Übliche Werte liegen zwischen 28 und 35 % vom Umsatz, abhängig vom Anteil an Konditoreiware und Snacks mit höherer Marge.
Was ist bei den Arbeitszeiten zu beachten?+
Backbeginn liegt oft in den frühen Morgenstunden. Arbeitszeitgesetz und Zuschläge für Nachtarbeit müssen in der Personalkalkulation berücksichtigt werden.
Lohnt sich eine zweite Filiale von Anfang an?+
In der Regel nicht. Etabliere zuerst einen profitablen Standort, bevor du Kapital und Personalressourcen auf eine zweite Filiale verteilst.