Dienstleistung

Friseursalon eröffnen: Meisterpflicht, Kosten und Kalkulation

Das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung, weshalb der eigene Meisterbrief oder eine anerkannte Ausnahmebewilligung Grundvoraussetzung für die Eröffnung eines eigenen Salons ist. Neben der Handwerksrolle entscheiden Lage, Terminauslastung und Personalstruktur über die Wirtschaftlichkeit. Dieser Leitfaden zeigt Genehmigungen, Startkosten und eine Kalkulation für einen kleinen Salon.

Fachlich geprüft am 14. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

Startkosten
20.000–80.000 € Startkosten (Ladenausbau, Ausstattung, Ware)
Dauer
3–6 Monate bis zur Eröffnung
Kernvoraussetzung
Eintragung in die Handwerksrolle mit Meisterbrief oder Ausnahmebewilligung, Gewerbeanmeldung, geeignete Räume mit Wasseranschluss und Belüftung sowie ein Kassensystem mit TSE.

Was kostet der Start?

Startkosten Friseursalon eröffnen: Meisterpflicht, Kosten und Kalkulation
Positionvonbis
Ladenausbau (Waschplätze, Stühle, Spiegel)10.000 €40.000 €
Friseurbedarf und Erstwareneinkauf1.500 €5.000 €
Terminverwaltungssoftwarepro Jahr300 €1.500 €
Eintragung Handwerksrolle und Gebühren100 €400 €
Kassensystem mit TSE500 €2.000 €
Betriebshaftpflichtpro Jahr150 €400 €
Marketing zur Eröffnung500 €2.000 €
Summe13.050 €51.300 €

Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.

Genehmigungen und Ämter

  • PflichtHandwerkskammer

    Eintragung in die Handwerksrolle mit Meisterbrief oder Ausnahmebewilligung nach § 8 HwO

  • PflichtGewerbeamt

    Gewerbeanmeldung

  • FallabhängigBauamt

    Nutzungsänderung bei Umbau der Räume

    Je nach Vorzustand des Ladenlokals erforderlich.

  • PflichtFinanzamt

    Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

  • PflichtBerufsgenossenschaft

    Anmeldung bei der BGW (Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege)

  • PflichtHandwerkskammer

    Pflichtmitgliedschaft und ggf. Beratung zur Betriebsführung

Beispielrechnung

Beispiel: Salon mit zwei Arbeitsplätzen

Bei durchschnittlich 8 Kundinnen und Kunden pro Tag zu 45 € Durchschnittsbon und 24 Öffnungstagen im Monat ergibt sich folgende Rechnung.

Umsatz (8 × 45 € × 24 Tage)
8.640 €
Wareneinsatz (12 %)
− 1.037 €
Personal (eine Angestellte)
− 2.400 €
Miete und Nebenkosten
− 1.400 €
Sonstige Betriebskosten
− 600 €
Gewinn vor Steuern
ca. 3.200 €
Eigene Rentabilität durchrechnen

Die passende Rechtsform

Empfehlung

Einzelunternehmen bei einem Salon, GmbH ab mehreren Standorten

Ein einzelner Salon lässt sich mit überschaubarem Risiko als Einzelunternehmen führen. Bei mehreren Filialen oder Franchise-Modellen reduziert eine GmbH das Haftungsrisiko bei Investitionen und Personalverantwortung.

Passende Förderprogramme

Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss

Laufende Kosten

  • Friseurbedarf und Verbrauchsmaterial
  • Personalkosten inklusive Provisionen
  • Miete und Nebenkosten des Ladenlokals
  • Terminverwaltungssoftware
  • Fortbildungen zu Trends und Techniken
  • Berufsgenossenschaft und Versicherungen

Typische Fehler

  1. 01Meisterpflicht unterschätzt

    Ohne Meisterbrief oder anerkannte Ausnahmebewilligung erfolgt keine Eintragung in die Handwerksrolle – ohne diese kein legaler Betrieb.

  2. 02Terminauslastung zu optimistisch geplant

    Gerade in den ersten Monaten ist die Auslastung niedriger als erwartet – plane eine Anlaufphase von mindestens sechs Monaten ein.

  3. 03Personalkosten ohne Provisionsmodell kalkuliert

    Viele Salons zahlen Grundgehalt plus Umsatzbeteiligung – das muss in der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden.

  4. 04Standortmiete ohne Laufkundschaftsprüfung

    Ein teurer Standort in der Fußgängerzone rechnet sich nur, wenn die Laufkundschaft tatsächlich zum Friseurbesuch passt.

Häufige Fragen

Brauche ich zwingend einen Meisterbrief?+

Ja, das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig. Eine Ausnahmebewilligung ist bei langjähriger Berufserfahrung und bestandener Externenprüfung möglich.

Kann ich einen Meister anstellen statt selbst einen zu haben?+

Ja, ein angestellter Meister als fachliche Betriebsleitung erfüllt die Voraussetzung für die Eintragung in die Handwerksrolle.

Wie hoch sind die Startkosten für einen kleinen Salon?+

Mit gebrauchter Ausstattung und kleinem Ladenausbau sind 20.000–35.000 € realistisch, bei Neuausstattung eher 50.000–80.000 €.

Wie kalkuliere ich den Wareneinsatz?+

Üblich sind 8–15 % vom Umsatz für Farben, Pflegeprodukte und Verbrauchsmaterial, abhängig vom Leistungsangebot.

Lohnt sich der Verkauf von Pflegeprodukten?+

Ja, der Produktverkauf hat höhere Margen als Dienstleistungen und ist ein wichtiger Zusatzumsatz für die Rentabilität.

Gibt es Förderungen für Meistergründungen?+

Ja, Meistergründungsprämien auf Bundes- und Länderebene bezuschussen die Investition in Ladenausbau und Ausstattung.

Wie finde ich Personal für den Salon?+

Kooperationen mit Berufsschulen, Ausbildungsplätze und ein attraktives Provisionsmodell helfen, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.

Brauche ich eine Nutzungsänderung für die Räume?+

Je nach vorheriger Nutzung des Ladenlokals kann eine bauamtliche Nutzungsänderung nötig sein, besonders bei Wasseranschluss und Belüftung.

Passende Tools und Ratgeber

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