Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 60.000–250.000 € je nach Küche und Zustand der Fläche
- Dauer
- 6–12 Monate von der Objektsuche bis zur Eröffnung
- Kernvoraussetzung
- Gaststättenerlaubnis, IHK-Unterrichtung, HACCP-Konzept, Bauamt für Nutzungsänderung und Lüftung sowie eine Kalkulation mit maximal 30 % Wareneinsatz und 35 % Personalquote.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Kaution und Ablöse | 6.000 € | 50.000 € |
| Küchenausstattung (Herd, Kühlung, Spüle, Abzug) | 25.000 € | 90.000 € |
| Lüftungsanlage und Fettabscheider | 8.000 € | 40.000 € |
| Gastraum: Möbel, Licht, Böden | 10.000 € | 60.000 € |
| Geschirr, Besteck, Gläser, Wäsche | 3.000 € | 12.000 € |
| Kassensystem, Reservierung, TSE | 1.200 € | 5.000 € |
| Erstes Warenlager | 3.000 € | 10.000 € |
| Genehmigungen, Planung, Beratung | 3.000 € | 15.000 € |
| Summe | 59.200 € | 282.000 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtOrdnungsamt
Gaststättenerlaubnis nach § 2 GastG bei Alkoholausschank
- PflichtIHK
Unterrichtungsnachweis nach § 4 GastG
- PflichtGesundheitsamt / Lebensmittelüberwachung
HACCP-Konzept, Belehrungen, Betriebsabnahme
- PflichtBauamt
Nutzungsänderung, Gastraumgröße, Stellplätze, Barrierefreiheit
- PflichtUmweltamt
Fettabscheider, Lüftungsführung, Lärmschutz
- PflichtFeuerwehr
Brandschutzkonzept und Fluchtwege
- PflichtBerufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
Betriebsanmeldung
- FallabhängigGEMA
Musikanmeldung
Beispielrechnung
Beispiel: 50 Plätze, sechs Öffnungstage
Zwei Umläufe am Abend, 60 % Auslastung, 32 € Durchschnittsbon. Die Zielwerte der Branche: Wareneinsatz unter 30 %, Personal unter 35 %, Miete unter 10 % vom Umsatz.
- Monatsumsatz (26 Tage × 60 Gäste × 32 €)
- 49.920 €
- Wareneinsatz 30 %
- − 14.976 €
- Personal 35 %
- − 17.472 €
- Miete inklusive Nebenkosten
- − 4.500 €
- Energie, Reinigung, Versicherungen
- − 3.200 €
- Marketing, Instandhaltung, Sonstiges
- − 2.500 €
- Betriebsergebnis vor Steuern
- ca. 7.270 € – rund 15 % vom Umsatz
Die passende Rechtsform
Empfehlung
GmbH – UG bei knappem Kapital
Investitionshöhe, Personalverantwortung und Lebensmittelhaftung sprechen klar für eine Kapitalgesellschaft. Die GmbH wirkt außerdem gegenüber Verpächtern und Banken belastbarer als die UG.
Passende Förderprogramme
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
- Gründungszuschuss →Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in den ersten 15 Monaten der Selbstständigkeit.ca. 15.000–20.000 € über 15 Monate
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Wareneinsatz (Ziel: 28–32 %)
- Personal inklusive Aushilfen (Ziel: unter 35 %)
- Miete und Nebenkosten (Ziel: unter 10 %)
- Energie – in der Gastronomie ein Hauptkostentreiber
- Wartung von Lüftung, Kühlung und Fettabscheider
- Buchhaltung, Kassenprüfung, Versicherungen
Typische Fehler
01Küche zu groß geplant
Jeder Quadratmeter Küche kostet Miete und Energie, bringt aber keinen Umsatz. Plane die Karte zuerst, dann die Küche.
02Karte zu umfangreich
40 Gerichte bedeuten Verderb, Lagerkosten und lange Bonzeiten. 12–18 Gerichte sind für kleine Küchen effizienter.
03Wareneinsatz nicht wöchentlich gemessen
Wer erst am Jahresende rechnet, merkt Preissteigerungen zu spät. Wöchentliche Inventur der Top-10-Artikel reicht schon.
04Eröffnungsphase nicht finanziert
Die ersten drei Monate laufen unter Plan. Ohne Puffer für Miete und Löhne endet das Projekt vor dem ersten guten Sommer.
Häufige Fragen
Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?+
Die Übernahme einer laufenden Fläche startet bei etwa 60.000 €. Ein Neuausbau mit Küche und Lüftung liegt schnell bei 150.000–250.000 €.
Welche Genehmigungen brauche ich?+
Gaststättenerlaubnis, IHK-Unterrichtung, Gesundheitsamt mit HACCP, Bauamt für die Nutzungsänderung sowie Brand- und Lärmschutz.
Wie hoch darf der Wareneinsatz sein?+
In der Regel 28–32 % vom Nettoumsatz. Bei Fleisch- oder Fischfokus etwas höher, bei Pizza und Pasta deutlich niedriger.
Brauche ich einen Meister oder eine Kochausbildung?+
Nein, das Gastgewerbe ist kein zulassungspflichtiges Handwerk. Der IHK-Unterrichtungsnachweis genügt formal.
Was ist ein HACCP-Konzept?+
Ein schriftliches Eigenkontrollsystem für Lebensmittelsicherheit: Temperaturkontrollen, Reinigungspläne, Rückverfolgbarkeit, Schulungsnachweise.
Wie viele Gäste brauche ich pro Tag?+
Ein 50-Platz-Restaurant braucht typischerweise 55–70 Gäste am Tag. Das entspricht gut einem Umlauf plus Mittagsgeschäft.
Lohnt sich Lieferdienst als Zusatz?+
Nur mit eigener Bestellstrecke. Plattformprovisionen von 25–30 % fressen den Deckungsbeitrag der meisten Gerichte auf.
Wie finanziere ich das?+
Üblich ist ein Mix aus Eigenkapital (20–30 %), KfW-Kredit und Brauerei- oder Lieferantendarlehen. Für den Kredit brauchst du einen bankfähigen Businessplan.