Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 25.000–120.000 € Startkosten (Fahrzeug, Kaution, Lizenz)
- Dauer
- 3–6 Monate bis zur Erteilung der Erlaubnis
- Kernvoraussetzung
- Güterkraftverkehrserlaubnis nach § 3 GüKG bzw. EU-Lizenz, Nachweis der fachlichen Eignung, finanzieller Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit, außerdem ein Fuhrpark mit gültiger Zulassung.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Nutzfahrzeug (gebraucht, 7,5–12 t) | 15.000 € | 60.000 € |
| Kaution / Rücklage für finanzielle LeistungsfähigkeitNachweis pro Fahrzeug nach EU-Verordnung | 9.000 € | 50.000 € |
| IHK-Prüfung fachliche Eignung (falls nicht vorhanden) | 200 € | 600 € |
| Erlaubnis / EU-Lizenz | 200 € | 600 € |
| Fahrzeugversicherung und Kfz-Steuerpro Jahr | 3.000 € | 8.000 € |
| Telematik und Disposition-Software | 300 € | 2.000 € |
| Betriebshaftpflicht / Verkehrshaftungsversicherungpro Jahr | 500 € | 2.500 € |
| Summe | 28.200 € | 123.700 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtBezirksregierung / zuständige Landesbehörde
Güterkraftverkehrserlaubnis nach § 3 GüKG (national) bzw. EU-Lizenz (grenzüberschreitend)
- PflichtIHK
Nachweis der fachlichen Eignung (Prüfung oder Berufserfahrung)
- PflichtZuständige Behörde
Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit (Eigenkapital je Fahrzeug)
- PflichtZuständige Behörde
Zuverlässigkeitsprüfung (Führungszeugnis, Gewerbezentralregisterauszug)
- PflichtGewerbeamt
Gewerbeanmeldung
- PflichtZulassungsstelle
Fahrzeugzulassung und Erteilung amtlicher Kennzeichen
- PflichtBerufsgenossenschaft
Anmeldung bei der BG Verkehr
- PflichtFinanzamt
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
Beispielrechnung
Beispiel: ein Fahrzeug im Nahverkehr, 180 km pro Tag
Bei 22 Arbeitstagen im Monat und einem Kilometererlös von 1,35 € ergibt sich folgende Kalkulation für ein 12-Tonnen-Fahrzeug.
- Umsatz (180 km × 22 Tage × 1,35 €)
- 5.346 €
- Kraftstoff
- − 1.500 €
- Maut, Wartung, Reifen
- − 700 €
- Versicherung und Steuer anteilig
- − 600 €
- Fahrzeugfinanzierung (Rate)
- − 900 €
- Deckungsbeitrag vor Personal und Unternehmerlohn
- ca. 1.646 €
Die passende Rechtsform
Empfehlung
Einzelunternehmen mit einem Fahrzeug, UG oder GmbH bei mehreren Fahrzeugen
Mit einem Fahrzeug lässt sich das Risiko als Einzelunternehmen überschaubar halten. Sobald Fremdfahrer, mehrere Fahrzeuge oder größere Kredite dazukommen, begrenzt eine Kapitalgesellschaft die persönliche Haftung.
Passende Förderprogramme
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
- Bürgschaft ohne Bank (BoB) →Ausfallbürgschaft ersetzt fehlende Sicherheiten bei der Hausbank.bis 2,5 Mio. € Bürgschaftsbetrag
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Kraftstoff und Maut
- Fahrzeugwartung, Reifen, TÜV
- Versicherung und Kfz-Steuer
- Fahrzeugfinanzierung oder Leasingrate
- Personalkosten bei angestellten Fahrern
- Disposition- und Telematiksoftware
- Berufsgenossenschaft BG Verkehr
Typische Fehler
01Finanzielle Leistungsfähigkeit unterschätzt
Der Nachweis von Eigenkapital pro Fahrzeug wird jährlich geprüft, nicht nur bei Gründung – plane laufende Liquidität ein.
02Lenk- und Ruhezeiten ignoriert
Verstöße gegen die Sozialvorschriften führen zu Bußgeldern und gefährden die Zuverlässigkeitsprüfung des Unternehmens.
03Kalkulation ohne Leerfahrten
Rückfahrten ohne Ladung mindern den effektiven Kilometererlös erheblich – plane Auslastung realistisch, nicht nur Hinfahrten.
04Fuhrpark zu stark fremdfinanziert
Hohe Leasingraten bei schwankender Auftragslage bringen die Liquidität schnell in Schieflage.
Häufige Fragen
Brauche ich für jeden Lkw eine eigene Erlaubnis?+
Nein, die Güterkraftverkehrserlaubnis gilt für das Unternehmen. Für jedes zusätzliche Fahrzeug musst du aber die finanzielle Leistungsfähigkeit entsprechend nachweisen.
Was ist der Unterschied zwischen nationaler Erlaubnis und EU-Lizenz?+
Die nationale Erlaubnis nach § 3 GüKG gilt für Transporte innerhalb Deutschlands, die EU-Lizenz wird für grenzüberschreitende Transporte in der EU benötigt.
Wie hoch muss mein Eigenkapital sein?+
Nach EU-Verordnung sind aktuell rund 9.000 € für das erste und je 5.000 € für jedes weitere Fahrzeug als finanzielle Leistungsfähigkeit nachzuweisen.
Brauche ich einen Berufskraftfahrerqualifikationsnachweis?+
Ja, angestellte und selbst fahrende Unternehmer benötigen die Grundqualifikation und regelmäßige Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz.
Wie lange dauert die Erteilung der Erlaubnis?+
Je nach Behörde und Vollständigkeit der Unterlagen 6–16 Wochen. Plane die Antragstellung frühzeitig vor dem geplanten Fuhrparkkauf.
Kann ich mit einem Sprinter unter 3,5 t ohne Erlaubnis starten?+
Für Fahrzeuge bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht ist im gewerblichen Güterverkehr aktuell teils eine EU-Lizenz Pflicht – prüfe die aktuelle Gewichtsgrenze bei der zuständigen Behörde.
Wie kalkuliere ich meinen Kilometersatz?+
Addiere alle Fixkosten (Fahrzeug, Versicherung, Personal) und variablen Kosten (Kraftstoff, Maut, Verschleiß), teile durch die geplante Jahreskilometerleistung und rechne einen Gewinnaufschlag ein.
Welche Versicherung ist zwingend nötig?+
Kfz-Haftpflicht ist Pflicht, dazu empfiehlt sich eine Verkehrshaftungsversicherung, die Schäden am transportierten Gut abdeckt.