Vergleich

Rechtsform vergleichen: Einzelunternehmen, GbR, UG und GmbH

Die Rechtsform bestimmt Haftung, Gründungskosten, Buchführungspflicht und Steuerlast. Dieser Vergleich stellt die fünf in Deutschland relevanten Formen nebeneinander – mit den Zahlen, auf die es bei der Entscheidung wirklich ankommt.

Stand: 01.08.2026 · 5 Anbieter im Vergleich

Die Übersicht auf einen Blick

Rechtsform vergleichen: Einzelunternehmen, GbR, UG und GmbH – Vergleichstabelle
AnbieterStammkapitalHaftungGründungskostenBuchführungErtragsteuerLink
Einzelunternehmenkein Mindestkapitalunbeschränkt, auch privat0 – 65 € (Gewerbeanmeldung)EÜREinkommensteuer 0 – 45 %Zum Ratgeber
GbRkein Mindestkapitalunbeschränkt, gesamtschuldnerisch0 – 200 € (plus Vertrag)EÜREinkommensteuer je GesellschafterZum Ratgeber
UG (haftungsbeschränkt)ab 1 € (praktisch 500 – 2.000 €)beschränkt auf Gesellschaftsvermögen300 – 800 €doppelte Buchführung, BilanzKSt 15 % + Soli + GewerbesteuerZum Ratgeber
GmbH25.000 € (12.500 € bei Gründung einzahlbar)beschränkt auf Gesellschaftsvermögen800 – 2.000 €doppelte Buchführung, BilanzKSt 15 % + Soli + GewerbesteuerZum Ratgeber
GmbH & Co. KG25.000 € in der Komplementär-GmbHbeschränkt über die GmbH1.500 – 3.000 €doppelte Buchführung, BilanzEinkommensteuer der Kommanditisten + GewerbesteuerZum Ratgeber

Angaben nach Anbieterinformationen zum Stand 01.08.2026, netto und ohne Gewähr. Maßgeblich sind immer die aktuellen Konditionen des jeweiligen Anbieters.

Die Anbieter im Detail

01Einzelunternehmen

ab 0 €

Schnellster Start: Gewerbeanmeldung oder Fragebogen ans Finanzamt genügt.

Am besten für: Solo-Gründung ohne großes Haftungsrisiko

Stärken

  • Sofort startklar, keine Notarkosten
  • Einfachste Buchhaltung per EÜR
  • Kleinunternehmerregelung möglich

Schwächen

  • Volle Privathaftung
  • Weniger seriöse Außenwirkung bei Großkunden

02GbR

ab 0 €

Die Standardform, wenn zwei oder mehr Personen ohne Kapitaleinsatz starten.

Am besten für: Gründerteams im Kleinformat

Stärken

  • Sehr schnell und günstig gegründet
  • Flexible Gewinnverteilung per Vertrag

Schwächen

  • Jeder haftet für die Fehler der anderen
  • Ohne schriftlichen Vertrag riskant

03UG (haftungsbeschränkt)

ab ca. 300 €

Haftungsbeschränkung ab 1 € Stammkapital – mit Thesaurierungspflicht.

Am besten für: Gründer mit Haftungsrisiko und wenig Kapital

Stärken

  • Haftungsschutz ohne 25.000 € Kapital
  • Umwandlung in GmbH später möglich

Schwächen

  • 25 % des Gewinns müssen zurückgelegt werden
  • Höhere laufende Kosten für Buchhaltung und Abschluss

04GmbH

ab ca. 800 €

Der Standard für professionelle Gründungen mit Kapital.

Am besten für: Kapitalstarke Gründungen, Investorenfähigkeit

Stärken

  • Höchste Akzeptanz bei Banken und Investoren
  • Geschäftsführer-Gehalt mindert den Gewinn
  • Anteile übertragbar

Schwächen

  • Hoher Kapitalbedarf
  • Notar, Bilanz und Offenlegung verursachen laufende Kosten

05GmbH & Co. KG

ab ca. 1.500 €

Haftungsbeschränkung mit Personengesellschafts-Besteuerung.

Am besten für: Familienbetriebe, Immobilien, Gewinnentnahme

Stärken

  • Gewinne unterliegen nicht der Körperschaftsteuer
  • Flexible Gewinnverteilung
  • Gewerbesteuer teils anrechenbar

Schwächen

  • Zwei Gesellschaften zu führen
  • Komplexeste Buchhaltung im Vergleich

So haben wir verglichen

Haftung

Entscheidend ist, ob dein Privatvermögen im Ernstfall haftet. Sobald Fremdkapital, Personal oder Produktrisiken im Spiel sind, ist die Haftungsbeschränkung ihr Geld wert.

Gründungs- und Folgekosten

Neben Notar und Handelsregister zählen die jährlichen Kosten für Bilanz und Offenlegung – bei UG und GmbH schnell 1.000 – 2.500 € pro Jahr.

Steuerlast

Personengesellschaften versteuern Gewinne beim Gesellschafter, Kapitalgesellschaften zahlen Körperschaft- und Gewerbesteuer. Ab etwa 60.000 € nicht entnommenem Gewinn kippt der Vorteil oft zur GmbH.

Wachstumsfähigkeit

Investoren und Beteiligungsprogramme setzen praktisch immer eine Kapitalgesellschaft voraus.

Fazit der Redaktion

  • Ohne nennenswertes Haftungsrisiko und mit kleinem Budget bleibt das Einzelunternehmen die günstigste und schnellste Lösung.
  • Sobald Kunden, Personal oder Kredite ins Spiel kommen, ist die UG der pragmatische Einstieg in die Haftungsbeschränkung.
  • Planst du Investoren oder ein Team ab fünf Personen, gründe direkt eine GmbH – der spätere Umbau kostet mehr als die Differenz am Anfang.

Häufige Fragen

Welche Rechtsform ist für Gründer am günstigsten?+

Das Einzelunternehmen: Es kostet außer der Gewerbeanmeldung (rund 20 – 65 €) nichts, verlangt kein Kapital und kommt mit einer EÜR aus. Der Preis dafür ist die unbeschränkte Privathaftung.

Kann ich die Rechtsform später wechseln?+

Ja. Einzelunternehmen und GbR lassen sich per Sachgründung oder Einbringung in eine UG oder GmbH umwandeln, eine UG wird nach Kapitalerhöhung auf 25.000 € zur GmbH. Beides ist notariell zu beurkunden und sollte steuerlich begleitet werden.

Ab wann lohnt sich die GmbH steuerlich?+

Grob ab einem Gewinn von etwa 60.000 – 80.000 € pro Jahr, wenn du Gewinne im Unternehmen belässt. Werden alle Gewinne entnommen, verliert die GmbH ihren Steuervorteil durch die Kapitalertragsteuer auf Ausschüttungen.

Brauche ich für die UG einen Notar?+

Ja, jede Kapitalgesellschaft entsteht erst mit notarieller Beurkundung und Eintragung ins Handelsregister. Mit dem Musterprotokoll bleiben die Notarkosten bei einer Ein-Personen-UG im niedrigen dreistelligen Bereich.

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