Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 1.500–10.000 € Startkosten (Ausstattung, Software, Marketing)
- Dauer
- 4–8 Wochen bis zum ersten Kundenauftrag
- Kernvoraussetzung
- Gewerbeanmeldung oder freiberufliche Tätigkeit je nach Leistungsspektrum, saubere Positionierung auf eine Nische, funktionierender Sales-Prozess und Vorlage für Verträge/AGB.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Laptop und Arbeitsplatzausstattung | 800 € | 3.000 € |
| Website und Portfolio | 300 € | 2.500 € |
| Projektmanagement- und Designsoftwarepro Monat | 20 € | 150 € |
| Buchhaltungssoftwarepro Monat | 10 € | 40 € |
| Rechtssichere Verträge/AGB (Muster oder Anwalt) | 0 € | 800 € |
| Marketing und Netzwerk-Auftritte | 200 € | 2.000 € |
| Betriebshaftpflicht / Vermögensschadenhaftpflichtpro Jahr | 150 € | 500 € |
| Summe | 1.480 € | 8.990 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtFinanzamt
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Klärung freiberuflich oder gewerblich
- FallabhängigGewerbeamt
Gewerbeanmeldung
Bei überwiegend kreativ-konzeptioneller Tätigkeit oft freiberuflich, bei Mediaeinkauf/Vermittlung meist gewerblich.
- FallabhängigIHK
Pflichtmitgliedschaft bei gewerblicher Einordnung
- FallabhängigKünstlersozialkasse
Prüfung der KSK-Pflicht bei Beauftragung freier Kreativer
Relevant, sobald du regelmäßig Freelancer beauftragst.
- PflichtDatenschutzbehörde
Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, ggf. Auftragsverarbeitungsverträge mit Kunden
Beispielrechnung
Beispiel: Einzelagentur für Social-Media-Betreuung
Drei laufende Kundenverträge à 1.200 € monatlich, kalkuliert mit realistischem Zeitaufwand und Fixkosten.
- Umsatz (3 Kunden × 1.200 €)
- 3.600 €
- Software- und Tool-Kosten
- − 180 €
- Miete Coworking / Homeoffice-Pauschale
- − 250 €
- Steuerrücklage (ca. 25 %)
- − 793 €
- Verbleibt monatlich
- ca. 2.377 €
Die passende Rechtsform
Empfehlung
Einzelunternehmen oder Freiberufler, UG/GmbH ab Teamaufbau
Solo-Agenturen starten meist als Einzelunternehmen oder freiberuflich. Sobald du Mitarbeiter einstellst, größere Etats verwaltest oder Haftungsrisiken steigen, wird eine UG oder GmbH sinnvoll.
Passende Förderprogramme
- Gründungszuschuss →Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in den ersten 15 Monaten der Selbstständigkeit.ca. 15.000–20.000 € über 15 Monate
- Einstiegsgeld →Zuschuss für Gründungen aus dem Bürgergeld heraus, zusätzlich zur Regelleistung.bis zu 24 Monate Förderdauer
- Förderung unternehmerischen Know-hows →Zuschuss zu externen Unternehmensberatungen für KMU und Gründende.bis 3.500 € Beratungskosten (Zuschuss anteilig)
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Software-Abos (Design, Projektmanagement, Buchhaltung)
- Coworking oder Büromiete
- Marketing und Akquise (Ads, Netzwerkevents)
- Betriebs- und Vermögensschadenhaftpflicht
- Steuerberatung
- Weiterbildung und Zertifizierungen
Typische Fehler
01Zu breite Positionierung
"Alles für alle" überzeugt selten. Eine klare Nische erleichtert Preisverhandlungen und Empfehlungen.
02Verträge ohne Kündigungsfristen
Ohne klare Laufzeiten und Fristen kippen Aufträge abrupt und reißen Löcher in die Liquidität.
03Stundensatz zu niedrig angesetzt
Wer nur die eigene Arbeitszeit einpreist, vergisst Akquise, Verwaltung und Ausfallzeiten – realistisch sind 30–40 % Overhead.
04Freiberuflich vs. gewerblich falsch eingeschätzt
Mischt eine Agentur Beratung mit Mediaeinkauf oder Softwareverkauf, wird sie oft gewerblich – das Finanzamt entscheidet im Zweifel um.
Häufige Fragen
Ist eine Agentur freiberuflich oder gewerblich?+
Das hängt von der konkreten Tätigkeit ab. Konzeptionelle, gestalterische oder beratende Leistungen können freiberuflich sein, Mediaeinkauf, Vermittlung oder Handel gelten meist als gewerblich.
Wie finde ich meine ersten Kunden?+
Über das bestehende Netzwerk, gezielte Kaltakquise in der Nische, Empfehlungsmarketing und sichtbare Referenzprojekte, auch unbezahlte Pilotprojekte am Anfang.
Wie hoch sollte mein Stundensatz sein?+
Rechne Fixkosten, gewünschtes Einkommen und nicht abrechenbare Zeit gegen die geplanten Kundenstunden – üblich sind 60 bis 150 Euro je nach Spezialisierung.
Brauche ich eine Vermögensschadenhaftpflicht?+
Rechtlich meist nicht vorgeschrieben, in der Praxis aber wichtig, wenn Beratungsfehler zu finanziellen Schäden bei Kunden führen können.
Wie viele Kunden brauche ich für ein Vollzeiteinkommen?+
Bei 1.000 bis 1.500 Euro Monatsbudget pro Kunde reichen oft drei bis fünf laufende Verträge, abhängig von Leistungsumfang und Stundensatz.
Lohnt sich ein Portfolio ohne bezahlte Referenzen?+
Ja, eigene Testprojekte oder vergünstigte Startkunden liefern zeigbare Ergebnisse und helfen, die ersten regulär bezahlten Aufträge zu gewinnen.
Muss ich Freelancer über die Künstlersozialkasse melden?+
Beauftragst du regelmäßig selbstständige Kreative wie Texter oder Designer, kann eine Abgabepflicht an die KSK entstehen – das solltest du prüfen lassen.
Wie gehe ich mit Zahlungsausfällen um?+
Vereinbare Anzahlungen, klare Zahlungsziele und Verzugsregelungen im Vertrag, und rechne bei Neukunden mit einem Sicherheitspuffer in der Liquiditätsplanung.
Ab wann lohnt sich eine GmbH?+
Wenn Haftungsrisiken, Umsatzvolumen und Mitarbeiterzahl steigen, reduziert eine Kapitalgesellschaft das persönliche Risiko, verursacht aber höhere Gründungs- und Buchhaltungskosten.
Wie setze ich Preise gegenüber der Konkurrenz durch?+
Über eine klare Positionierung, nachweisbare Ergebnisse und Spezialisierung statt über den niedrigsten Preis – Preisdumping schadet der gesamten Marktnische.