Das Wichtigste in Kürze
- Startkosten
- 12.000–45.000 € Startkosten inklusive Warenlager und Kaution
- Dauer
- 2–4 Monate von der Ladensuche bis zur Eröffnung
- Kernvoraussetzung
- Gewerbeanmeldung, Anzeige nach Gaststättenrecht für Alkoholverkauf, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz bei offenen Lebensmitteln und Verträge mit Getränke-, Tabak- und Lotto-Lieferanten.
Was kostet der Start?
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Kaution und erste Miete | 2.500 € | 9.000 € |
| Ladenbau, Regale, Theke | 3.000 € | 15.000 € |
| Kühlschränke und Kühltruhen | 2.000 € | 8.000 € |
| Kassensystem mit TSE und Belegpflicht | 700 € | 2.500 € |
| Erstes WarenlagerTabak wird oft nur gegen Vorkasse geliefert | 4.000 € | 12.000 € |
| Genehmigungen und Anmeldungen | 100 € | 600 € |
| Beschilderung und Außenwerbung | 400 € | 3.000 € |
| Summe | 12.700 € | 50.100 € |
Alle Beträge sind redaktionelle Richtwerte, keine Zusicherung. Prüfe die aktuellen Gebühren bei deiner Kommune und Kammer.
Genehmigungen und Ämter
- PflichtGewerbeamt
Gewerbeanmeldung (Einzelhandel)
- PflichtOrdnungsamt
Anzeige nach Gaststättengesetz für den Verkauf alkoholischer Getränke
- PflichtGesundheitsamt
Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz bei offenen Lebensmitteln
- PflichtFinanzamt
Steuerliche Erfassung, Kassenmeldung, TSE-konforme Kasse
- PflichtIHK
Pflichtmitgliedschaft
- FallabhängigLotto-Gesellschaft des Landes
Annahmestellenvertrag
Kontingentiert – Bewerbung dauert und ist nicht garantiert.
- FallabhängigBauamt
Nutzungsänderung, wenn die Fläche vorher kein Laden war
Beispielrechnung
Beispiel: 1.200 € Tagesumsatz
Ein Kiosk mit typischem Sortimentsmix. Tabak macht rund die Hälfte des Umsatzes, aber nur etwa ein Fünftel des Rohertrags.
- Monatsumsatz (26 Öffnungstage × 1.200 €)
- 31.200 €
- Wareneinsatz (Ø 74 %)
- − 23.100 €
- Miete inklusive Nebenkosten
- − 1.600 €
- Strom (Kühlung!) und Versicherungen
- − 750 €
- Aushilfe (60 Std. × 15 € inkl. Abgaben)
- − 900 €
- Gewinn vor Steuern
- ca. 4.850 € – abzüglich eigener Steuern und Vorsorge
Die passende Rechtsform
Empfehlung
Einzelunternehmen
Der Kiosk ist ein überschaubarer Handelsbetrieb mit geringem Haftungsrisiko. Das Einzelunternehmen ist schnell, günstig und steuerlich unkompliziert; eine GmbH lohnt erst bei mehreren Standorten.
Passende Förderprogramme
- Gründungszuschuss →Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in den ersten 15 Monaten der Selbstständigkeit.ca. 15.000–20.000 € über 15 Monate
- ERP-Gründerkredit – StartGeld →Förderkredit ohne Eigenkapital – der Klassiker für kleine Gründungen.125.000 € (davon max. 50.000 € Betriebsmittel)
Angaben zu Förderprogrammen (Förderquoten, Höchstbeträge, Fristen, Voraussetzungen, Antragswege) sind redaktionell recherchiert und können sich jederzeit kurzfristig ändern, ausgesetzt oder eingestellt werden. Sie sind unverbindlich, begründen keinen Anspruch auf Förderung und ersetzen keine Beratung durch die Förderstelle. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und haften nicht für Schäden aus der Nutzung dieser Angaben – außer bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben und Richtlinien der jeweiligen Förderstelle. Vollständiger Haftungsausschluss
Laufende Kosten
- Miete und Nebenkosten (die Lage bestimmt den Umsatz)
- Wareneinsatz und Schwund
- Strom für Kühlung – bei Kiosken ein Hauptkostenblock
- Kassensystem, TSE-Zertifikat, Kartenzahlungsgebühren
- Personal für Öffnungszeiten am Abend und Wochenende
- Versicherung gegen Einbruch und Warenverderb
Typische Fehler
01Lage nach Miete ausgewählt
Der günstige Laden in der Nebenstraße kostet dich mehr Umsatz, als er an Miete spart. Zähle vor der Unterschrift die Passanten.
02Tabakmarge überschätzt
Bei Zigaretten bleiben oft nur 6–8 % Rohertrag. Sie ziehen Kundschaft an – verdient wird an Getränken, Snacks und Lotto.
03Kassenpflichten unterschätzt
Ohne TSE und Belegausgabe drohen Hinzuschätzungen bei der Kassennachschau. Das Kassensystem ist keine Sparposition.
04Öffnungszeiten allein gestemmt
13 Stunden an sieben Tagen hält niemand durch. Plane von Anfang an eine Aushilfe in die Kalkulation ein.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Kiosk zu eröffnen?+
Bei Übernahme eines laufenden Kiosks 15.000–45.000 € inklusive Ablöse. Eine Neueröffnung mit gebrauchter Einrichtung ist ab etwa 12.000 € machbar.
Brauche ich eine Konzession für Alkohol?+
Für den reinen Verkauf über die Theke reicht eine Anzeige nach Gaststättenrecht. Sobald vor Ort konsumiert wird, gelten strengere Regeln.
Wie bekomme ich eine Lotto-Annahmestelle?+
Über die Landeslotteriegesellschaft. Die Zahl der Annahmestellen ist begrenzt, die Vergabe hängt von Standort und Bestandsdichte ab.
Wie hoch ist die Marge im Kiosk?+
Im Mischsortiment 22–30 % Rohertrag. Tabak liegt bei 6–8 %, Getränke bei 30–40 %, Snacks und Backwaren teils über 50 %.
Lohnt sich die Übernahme eines bestehenden Kiosks?+
Oft ja, weil Kundschaft, Lieferverträge und Lotto-Vertrag bereits stehen. Lass dir betriebswirtschaftliche Auswertungen der letzten drei Jahre zeigen.
Welche Öffnungszeiten sind sinnvoll?+
Frequenzabhängig. Morgens vor der Arbeit und abends nach Ladenschluss sind die stärksten Zeiten – Landesladenöffnungsgesetze beachten.
Brauche ich ein Hygienezertifikat?+
Sobald du unverpackte Lebensmittel verkaufst, brauchst du die Erstbelehrung nach § 43 IfSG durch das Gesundheitsamt.
Was ist beim Jugendschutz zu beachten?+
Altersnachweis bei Tabak, Alkohol und Lotterien. Verstöße kosten Bußgeld und im Wiederholungsfall die Gewerbeerlaubnis.